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SPRUCH DES JAHRES

Die Regierungen, welche die Freiheit der Rede unterdrücken, weil die Wahrheiten, die sie verbreitet, ihnen lästig sind, machen es wie die Kinder, welche die Augen zuschließen, um nicht gesehen zu werden.

Ludwig Börne

SPRUCH DER WOCHE

Die Leute streiten, weil sie nicht gelernt haben zu argumentieren.

Gilbert Keith Chesterton

LUSTIGES

Quelle: Aus dem umgestülpten Papierkorb der Weltpresse (1977)

Paris - Einen strengen Verweis bekam der Oberschüler René Artigan, der als Antwort auf das Aufsatzthema"Wie haben Sie Ihre Ferien verbrfacht?" nur zwei Worte geschrieben hatte: "Danke, ausgezeichnet."

Die Lehmänner
Die Lehmänner

Georg Menchén

Romantische Reise durch Thüringen

Als ich im Jahre 1986 das Buch für damals stolze 25 Mark erstand, wußte ich noch nicht was mich erwartete. Aber ich war von der Aufmachung und der Ausstattung positiv überrascht und die vielen alten Ansichten und Fotos haben mich fasziniert.

Der Text von Friedrich Gottlob Wetzel, der als Einleitung dient, hat dann Lust aufs Lesen gemacht und ich war während des Spaziergangs durch's Buch auch nie enttäuscht:

 

... Einfältig, treu und bieder, wie seine Natur, ist das Volk; in den Thälern des herrlichen Thüringer Waldes wohnt noch der alte deutsche Kerngeist, Gastlichkeit, unverdorbener Sinn, heilige Treue. Wenn draußen auf dem platten Lande der Bauer nahe an der Dumpfheit des Thieres lebt, so tönet hier fast in jeder Hütte Musik. ...

 

... Wo Berge sind ist Gott; auf dem platte Lande hauset der Teufel. ...

 

... Manche Quadratmeile thüringer Boden ist mehr werth, ist denkwürdiger, als die ganze Mark Brandenburg. ...

 

Aber Friedrich Gottlob Wetzel ist nicht der Einzige, der im Buch zu Wort kommt. Auch Fritz Reuter, Goethe, Moritz von Schwind, Richard Wagner, Theodor Fontane, Ludwig Bechstein u.a. haben etwas zu sagen. Es ist eine Reise von Eisenach aus über den Thüringer Wald Richtung Ostthüringen mit Station in vielen Städten und Ortschaften, Bergen, Burgen, Flüssen und was sonst noch am Weg liegt.

 

EISENACH

 

... In guter Büchsenschußweite sausen die Lokomotiven der Kasseler und Werrabahn an uns vorüber, und in Steinwurfweite ist die Eselei, ein Institut für Esel und junge Damen, die die Wartburg bereiten wollen. Welche Poesie liegt darin, wenn man so ganz in der Nähe es mit ansehen kann, wie diese geduldigen Kreuzträger die jungen krinolinenbeschwingten Thüringerinnen auf sich nehmen und in sinnigen Eselsgedanken, gesenkten Ohrs, mit ihrer süßen Last auf den Berg trippeln! ...

 

Fritz Reuter 1863 an Dr. Siemerling

 

WARTBURG

HOHE SONNE

SCHLOSS WILHELMSTHAL

CREUZBURG

INSELBERG

LAUCHAGRUND

FRIEDRICHRODA

REINHARDSBRUNN

BAD LIEBENSTEIN

ALTENSTEIN

RUHLA

 

... Ein bedenklicher Mangel zeigte sich gleich am ersten Tag. Gegen die Natur kann niemand angehen, wie ich annehme, selbst ein Böttcher nicht; trotzdem vertröstete uns der Biedermann, bei unserer Frage nach einer nicht näher zu bezeichnenden Lokalität, auf die nächsten acht Tage, wo der Zimmermann aus Gotha unseren Bedürfnissen Rechnung tragen sollte. Ob der Büttner dergleichen Bedürfnisse nicht hatte, oder wie er sich in dringenden Fällen verhielt, haben wir aus vielleicht übetriebenem Anstandsgefühl nicht weiter untersucht, ...

 

Friedrich Preller d.J., 1853

 

GOTHA

 

... Die Einwohner von Gotha gehören zu den aufgeklärtesten Bewohnern unseres deutschen Vaterlandes. ...

 

Albert Klebe, 1796

 

WALTERSHAUSEN

SCHNEPFENTHAL

OHRDRUF

 

... Die Stadt, mit 700 Häusern und 3967 Einw., hat sehr nette Häuser, breite, reinliche Straßen, ist mit Mauern umgeben, die allmählich abgebrochen werden, wie es die ehemaligen Thore zum Theil jetzt schon sind. ...

 

... Die Nähe des Gebirges gibt der Stadt ein romantisches Ansehen, das Profil des Gebirgszugs stellt sich hier sehr schön und imposant dar, und da Ohrdruff der Stapelplatz der Land- und Waldprodukte ist, die hier umgetauscht werden, so ist das Leben nicht theuer. ...

 

Ludwig Storch, 1841

 

HEILIGENSTADT

EICHSFELD

MÜHLHAUSEN

BAD LANGENSALZA

SONDERSHAUSEN

MEMLEBEN

ERFURT

 

... All der bunte Schmuck an den Straßen von Erfurt ist verschwunden. Früher als in vielen anderen Städten ist Bild und Name des Hauses der neuen Zeit gewichen. ...

 

Paulus Cassel, 1859

 

... Erfurt, obgleich die älteste, größte und volkreichste Stadt in Thüringen, übt auf die Reisenden, die nicht etwa durch Geschäfte in das verworrene Häusermeer hineingezogen werden, eine nur geringe Anziehungskraft. ...

 

Heinrich Schwerdt, 1880

 

MOLSDORF

ARNSTADT

WEIMAR

 

... Sie suchen ein Hotel, und da weist man Sie nach dem "Elephanten". Aber Bedienung, Essen und Wein sind ... Der Tisch ist dennoch teuer, die Gesellschaft wenig unterhaltend. ...

 

V. Wölfling, 1796

 

KOCHBERG

ILMENAU

THÜRINGER WALD

 

... O es geht nichts über den stillen Reiz einer Rennsteigwanderung! Aber fast fünf Tage brauchst du dazu, und nur selten liegt ein wirthliches Dach auf deinem Wege, nur der einsame Schrei des Raubvogels, nur das Rascheln des Wildes, wenn es durch die Büsche bricht, nur der hallende Axtschlag des Holzhauers dringen zu deinem Ohre; ...

 

Ludwig Bechstein, 1843

 

SCHMÜCKE

OBERHOF

MEININGEN

HILDBURGHAUSEN

EISFELD

SCHMALKALDEN

 

... Nach modernen Begriffen ist Schmalkalden keine schöne Stadt. Aber gerade ihre winkelige Bauart, die gethürmten Doppelmauern, die sie umziehen, das buntgemalte Fachwerk der reinlichen Häuser, aus denen einzelne Steinzinnen und Spitzgiebel treppenartig hervorragen, geben ihr ein so originelles Gepräge, daß man sich fast in ein mittelalterliches Städtchen versetzt wähnt. ...

 

Heinrich Schwerdt, 1880

 

SUHL

SCHLEUSINGEN

SCHWARZATAL

SCHWARZBURG

BAD BLANKENBURG

PAULINZELLA

RUDOLSTADT

SAALFELD

JENA

THALBÜRGEL

SAALETAL

KAHLA

DORNBURG

RUDELSBURG

BAD KÖSEN

NAUMBURG

SCHULPFORTA

GERA

 

... nun liegt Gera zerstört, ihr Volk fand ich zerstreut ob dem Walde, in demselben, auf den Feldern und in den Wiesen, schöne, wie junge Grafen wohlbekleidete Leute, seelenvolle Gesichter, alle aber wehklagend über den Untergang der Vaterstadt... ...

 

Johannes von Müller in einem Brief vo 25. September 1780 an seinen Freund Viktor von Bonstetten

 

ZEULENRODA

SCHLEIZ

GREIZ

LOBENSTEIN

 

 

Es werden aber auch Abstecher ins Volkskundliche gemacht, die einen Einblick in Wesen und Gebräuche der Thüringer geben.

 

SOMMERGEWINN

TRACHTEN

SCHIMPFNAHMEN/SPITZNAMEN

 

... Zur Neckelust geneigt, wohin eine Menge Spottlieder und Spottverse, so wie das nie aussterbende Erzählen von Lelenstreichen einiger darin starker Orte deuten, von Natur witzig und humoristisch, äußert sich gerade bei den Schimpfnamen, die sie einander geben, viel Überraschendes. ...

 

... "Du Luder!" ist gar nicht böse gemeint; tabes (tazbes) Luder, taber Kluhs, taber Kerle, ziehen im gewöhnlichen Gespräch nicht. In Hitze hervorgestoßen, um zu beleidigen, erfolgt insgemein eine Ohrfeige als Antwort. ...

 

Ludwig Bechstein, 1843

 

KIRCHENGESANG

KAFFEKRÄNZCHEN

 

... Wißt Ihr, was ein Kaffeekränzchen ist? Geht nach Thüringen und hospitiert. Das sind jene nachmittäglichen Frauenversammlungen, wo bei einem Schälchen Kaffee ehrlichen Leuten das Genick gebrochen, wo kein Ruf unangetastet bleibt, wo alles verrathen wird, Freund und Feind, Vater, Sohn und heiliger Geist! ...

 

Der Thüringer Bote, 1843

 

KIRMESGEBRÄUCHE

BAUERNLEBEN 1814

KLOSTER-SÄKULARISIERUNG 1803

FRACHTVERKEHR

BRUNNENFEST

RONDELLFEST

mARTINSTAG

KIRMES

LEBENSHALTUNGSKOSTEN FÜR WEIMAR

ZWIEBELMARKT

STRASSENBAU

RATSCHLÄGE FÜR WANDERER

ENTFERNUNGEN

HÄUSER IM WALDE

DAS ÄLTESTE KLOSSREZEPT

WÄLDLER UND FLACHLÄNDER

 

... Der lockere, leichte Sinn des thüringer Waldbewohners geht oft leicht in Hang zum sinnlichen Wohlleben über und vorzüglich dann, wenn der Wäldler Geld verdienen kann. Dann läßt er von Zeit zu Zeit "fünf Grad" sein, "läßt sich sehn", "macht Putz und Staat" oder "macht ein Haus" oder "macht sich vom Sonnabend-Mittag nach abgelieferten Waaren im Wirtshaus einen guten Tag"; ...

 

Georg Brückner, 1851

 

BRENHOLZFLÖSSE

LIEBE DER WÄLDLER FÜR VÖGEL

"GEISTIGE" GENÜSSE

BAUERNHAUS IM FLACHLAND

SCHÄFERTANZ IN STADTILM

VOGELSCHIESSEN

STUDENTENLIED

UNIVERSITÄTSJUBILÄUM

STUDENTENTREIBEN

 

... Am verletzendsten war für mich der rohe Ton, der hier, trotz der Nähe des ästetischen Weimar, nicht nur unter den Studenten herrschte, sondern auch bei mehreren Professoren, die in ihren Kollegien sich der gemeinsten Ausdrücke bedienten, um populär zu sein, wohl gar Zoten rissen, um die Zuhörer zu unterhalten ... ...

 

Garlieb Merkel, 1839

 

KIRSCHFEST IN NAUMBURG

SOLBAD IN BAD KÖSEN

GENDARMEN-INSTRUKTION FÜR REUSS-GREIZ

EINHEIMISCHE KÜCHE

BAUERNHÄUSER

 

Alles in allem ist das Buch für mich gelungen. Es ist ein Streifzug durch Thüringen mit allen seinen Besonderheiten und Eigenheiten. Die durch die Lande ziehenden Schriftsteller haben eindrücklich ihre Sicht der Dinge dargestellt, mal vollkommen ernst, mal mit einem Augenzwinkern. Es ist eine unterhaltsame und kurzweilige Lektüre, die ich nur jedem empfehlen kann, der an seiner Heimat hängt und gerne hier zu Hause ist.

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