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SPRUCH DES JAHRES

Die Regierungen, welche die Freiheit der Rede unterdrücken, weil die Wahrheiten, die sie verbreitet, ihnen lästig sind, machen es wie die Kinder, welche die Augen zuschließen, um nicht gesehen zu werden.

Ludwig Börne

SPRUCH DER WOCHE

Gewissen kann nur sein, wo Wissen ist.

Erhard Blanck

LUSTIGES

Quelle: Aus dem umgestülpten Papierkorb der Weltpresse (1977)

Claiton, England

Hochstimmung herrschte bei der Ortsfeuerwehr, als das seit langem bestellte, leuchtend rote Feuerwehrauto, ausgestattet mit allen Raffinessen, endlich eintraf. Bei der ersten Probefahrt gab es jedoch lange Gesichter: Das für 30.000 Mark angeschaffte Fahrzeug kam mit seiner Länge von 12 Metern nicht um die Ecken der schmalen Straßen herum.

 

(Das war vor 45 Jahren. Heute kriegt man für 30.000 Mark einen elektrischen Krankenfahrstuhl. TL)

Die Lehmänner
Die Lehmänner

Sagen aus der Gegend um Arnstadt

Flötenspielers Totentanz

Vor vielen Jahren lebte in Suhl ein lustiger Flötenspieler, der in seiner Henneberger Heimat von Ort zu Ort wanderte und seine Melodien ertönen ließ.

Auf dem Heimweg von einem entfernten Dorf , in dem er aufgespielt hatte, schritt er trotz hereinbrechender Nacht weiter aus. Um sich im Dunkeln Mut zu machen, begann er, laut vor sich hinzuflöten. Kaum hatte er sein erstes Stückchen beendet, als plötzlich ein ihm unbekannter Wanderer an ihn herantrat und gebieterisch sprach: "Spiel mir auch eins vor, oder ich nehme dich mit!" Ohne Zögern gehorchte der Musikus. Bald bemerkte er, wie der seltsame Fremde nach seiner Flöte zu tanzen anfing. Auch er selbst mußte einem unwiderstehlichen Drang zufolge seine Beine im Takt schwingen. So tanzten beide "ins unbekannte Land".

Es war aber der unerbittliche Tod, der den Flötenspieler geholt hatte.

(aus: Der pfiffige Bauer

und andere Volkssagen um Stände und Berufe aus dem Thüringischen

Verlag die Wirtschaft Berlin 1988 2.  Auflage)

Der unvernünftige Bürgermeister

Im Jahre 1581 regierte zu Arnstadt als Bürgermeister ein Schuster mit Namen Hans Bohne. Anderen Überlieferungen zufolge soll der Bürgermeister Hans Nebel geheißen haben. Wie dem auch sei - jedenfalls war er ein herrischer Held und geiziger Protz. Er meinte, alles müsse nach seinem Willen gehen und nur nach seiner Pfeife tanzen.

Ehren-Bohne oder -Nebel wohnte am Markt neben dem grünen Löwen. Einmal wollte er in den Hundstagen eine Dachrinne mit Pech ausgießen lassen. Der Zimmermann weigerte sich, diese Arbeit in der großen Augusthitze auszuführen. Der gestrenge Bürgermeister aber sprach: "Ich befehl's, und du wirst es tun! Gieß in des Teufels Namen, oder ...!"

Der Zimmermann goß - da war der Teufel zur Hand! Er warf die Pfanne um, das Pech entzündete sich, und das Haus begann zu brennen. In kurzer Zeit brannte der ganze Markt. Schließlich lagen 378 Häuser in Schutt und Asche.

Daraufhin wurde alljährlich am 7. August, dem Tag des Brandes, in Arnstadt eine Kirchpredigt mit der Bitte um verständige Bürgermeister gehalten.

(aus: Der pfiffige Bauer

und andere Volkssagen um Stände und Berufe aus dem Thüringischen

Verlag die Wirtschaft Berlin 1988 2.  Auflage)

Der Goldschatz von der Reinsburg

Der Weg von Reinsfeld nach Arnstadt schlängelt sich kurvenreich über den hohen Reinsberg. Auf seinem Gipfel erhebt sich die Ruine Reinsburg. Ihr gegenüber steht auf luftiger Höhe ein altes steinernes Kreuz. Nicht weit davon wucherte früher ein dichtes Dornengestrüpp, unter dem sich für den Kundigen ein geheimer Gang öffnet, der durch das Gebirge hinüber zur Reinsburg führte.

Einst kamen zwei Venetianer nach Ilmenau. Hier erkundigten sie sich vorsichtig bei einem verschwiegenen alten Mann namens Escher nach dem Weg zur Reinsberg. Um nicht fehl zu gehen, nahmen sie ihn als Führer mit. Von ihnen erfuhr er, dass Thüringen gar reich an Gold sei und seine Bewohner nicht wüßten, in welch reichem Land sie wohnten. Auch kannten die Fremden die Goldadern des Gebirges, sie wuschen die Goldkörner aus den Bächen und wußten, wo kostbare Edelsteine zu finden waren. Sie verstanden auch die geheime Kunst, verborgene Schätze im verfallenen Gemäuer alter Burgruinen aufzuspüren. Der Ilmenauer führte die Venetianer zuerst an die alten Mauerreste der Reinsburg, wo sie prüfend die Wünschelrute schlagen ließen und bei ihrer Arbeit hin und her maßen. Dann deuteten sie auf die gegenüberliegende Wand des Reinsberges, die sich steil über dem Dorf Reinsfeld erhebt. Dorthin lenkten sie, mit allerlei Instrumenten versehen, eilig ihre Schritte, begleitet von ihrem Führer.

Endlich hatten sie das Steinkreuz erreicht, und nun begannen sie von neuem auf geheimnisvolle Weise zu messen und zu schätzen. Dann befahlen sie ihrem Führer, an Ort und Stelle zu verweilen und auf ihre Rückkehr zu warten. Sie aber verschwanden in dem Dickicht des Dornengestrüpps. Sie fanden auch bald den verborgenen unterirdischen Gang. Jetzt zündeten sie Fackeln an und verschwanden vor den Augen des Ilmenauers in die Tiefe des Berges. Doch wartete er stundenlang vergeblich auf ihre Rückkehr.

Da gewahrte er auf der gegenüberliegenden Reinsburg zwei Männer, die, mit Säcken schwer beladen, eilig von dannen zogen. Es waren die beiden Fremden, die er geführt hatte. Sie ließen sich seitdem nicht mehr in dieser Gegend sehen. So harrte der Ilmenauer umsonst auf die Rückkehr der tückischen Fremden und auf seinen Lohn.

(aus: Der pfiffige Bauer

und andere Volkssagen um Stände und Berufe aus dem Thüringischen

Verlag die Wirtschaft Berlin 1988 2.  Auflage)

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