Um unseren Heimatort gibt es viel zu entdecken. Im Umkreis von 50 km gibt es unzählige Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele zu erkunden. Viele von ihnen haben wir schon besucht. Hier zeigen wir Euch ein paar davon. Viel Spaß dabei!
Der Trusetaler Wasserfall ist künstlich angelegt und der höchste Wasserfall in Thüringen und ein Naturdenkmal. Er wird seit 1865 von der Truse gespeist, deren Wasser unterhalb von Brotterode gestaut wird und so gewährleistet das das ganze Jahr der Wasserfall bewundert werden kann. Vom Staubecken bis zum Wasserfall schlängelt sich das Wasser in einem künstlich angelegten Kanal. Daneben führt ein wunderschöner Wanderpfad, auf dem es sich beim Bachgemurmel sehr romatisch wandeln lässt. In drei Stufen fällt dann das Wasser 58 m in die Tiefe. Man den Wasserfall und den Wasserfallgraben in beiden Richtungen erwandern, muss aber auf beiden Strecken die 228 Stufen jeweils bergan oder bergab überwinden. Das vom Felsen gestürzte Wasser fließt nach getaner Arbeit wieder im angestammten Flußbett der Truse weiter bergab in Richtung Werra, die sie in Breitungen erreicht.
Alleine schon die fast 1000jährige wechselvolle Geschichte der Umgegend macht Schloß Reinhardsbrunn so interessant. Der Grundstein wurde mit dem im 11. Jh. errichteten und 450 Jahre bestehendem Kloster Reinhardsbrunn gelegt. Die Ludowinger waren die ersten Herrscher über Land und Leute. Ende des 13. Jh. übernahmen dann die Wettiner die Regie. Nach dem Verfall des Klosters entstand ein Amtshaus, dann eine Kirche. Erst im 19. Jh. wurde mit dem Bau des jetztige Schlosses begonnen. Viele prominente Besucher tummelten sich in Reinhardsbrunn, so 1782 Johann Wolfgang von Goethe oder 1845 eine besondere Jagdgesellschaft zu der Königin Viktoria von Großbritannien und Irland, die Königin der Belgier, Herzogin Alexandrine (Gattin Herzog Ernst II. von Sachsen – Gotha – Altenburg), König Leopold, Prinz Albert und Herzog Ernst (als Gastgeber) gehörten. Weitere Besucher waren Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg, die Herzogin von Kent, die Großfürstin Helene von Rußland, der Prinz Carl von Preußen mit Gemahlin, die Herzöge von Württemberg Alexander und Ernst, der Großherzog von Sachsen-Weimar und Eisenach, die Herzöge von Sachsen-Altenburg und Sachsen- Meiningen, alle mit Gemahlin und auch die Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen sowie Reuß jüngere Linie.
Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde das Schloß und die Parkanlage von den jeweiligen Machthabern vielseitig genutzt. So machte unter anderem die DEFA 1957 Aufnahmen im Schloß und Schloßhof für den Märchenfilm "Rapunzel". Die letzte Nutzung als Schloßhotel endete im Jahre 2001. Danach war das historische Gemäuer noch einmal in den 2010er Jahren Kulisse für einen Film. Von sich Reden machte das Schloß danach immer wieder. Mehrere Besitzerwechsel, es war Käufern aus Russland bis Belize die Rede, luden zu wilden Spekulationen ein.
Mittlerweile ist das Schloß enteignet und an den Freistaat Thüringen übertragen, weil der oder die Besitzer nichts gegen den fortschreitenden Verfall getan haben.
Endlich hat es mal geklappt: wir waren auf dem Baumkronenpfad im Hainich. Gar nicht weit weg und trotzdem bisher noch nicht geschafft. Dabei hat das UNESCO Weltnaturerbe Nationalpark Hainich so einiges zu bieten und ist von uns aus in einer dreiviertel Stunde zu erreichen.
Seit Juni 2011 stehen „Alte Buchenwälder Deutschlands“ auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Gemeinsam mit dem UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten“ in der Ukraine und der Slowakischen Republik bildet es eine gemeinsame Welterbestätte: die “Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands”. Dazu gehören in Deutschland die ausgewählte Waldgebiete der Nationalparke Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, Hainich in Thüringen, Kellerwald-Edersee in Hessen und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg.
Alleine im Nationalpark Hainich gibt es dabei schon viel zu sehen und zu erleben und es ist für jeden und jedes Alter was dabei. Angefangen über den Baumkronenpfad über das Nationalparkzentrum Thiemsburg bis hin zum Wildkatzedorf Hütscheroda gibt es außerdem noch viele Ausflugsziele und Wanderwege zu entdecken. Unsere Zeit hat leider nur für den Baumkronenpfad und eine kurze Wanderung rund um die Thiemsburg gereicht.
Mit einer am 25. Oktober 775 von Karl dem Großen ausgestellten Urkunde wird Gotha dem Kloster Hersfeld übereignet und damit das erste Mal urkundlich erwähnt.
Gotha ist die Kreisstadt des Landkreises Gotha. Von 1640 bis 1918 war es die Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Gotha in allen Phasen seines Bestehens. Mit der
Gründung der Gothaer Versicherung im Jahre 1820 wurde das Versicherungswesen in Deutschland begründet und es war auch ein Zentrum des Deutschen Verlagswesens, der Perthesverlag druckte hauptsächlich
Landkarten und auch in der DDR war Gothadruck ein bekannter Betrieb. Er druckte nämlich unter anderem auch die Hüllen für die in der DDR vertriebenen und sehr gefragten Lizenz-Schallplatten.
Über der Stadt thront das Schloss Friedenstein, die Residenz der Herzöge von Sachsen-Gotha, Sachsen-Gotha-Altenburg und Sachsen-Coburg und Gotha. Dem Hause Sachsen-Gotha entstammen u.a. noch heute
regierende Königshäuser und auch Majestäten vergangener Monarchien in Europa. Dazu wird demnächst auch unter der Rubrik Geschichte hier etwas zu lesen sein.
Im Jahre 1818 hatte Gotha ca. 12.000 Einwohner. bis 1975 ist diese ständig gestiegen und erreichte hier ihre Höchstanzahl mit 58.761. 1997 wurde dann die Grenze von 50.000 Einwohnern unterschritten
und sank immer weiter. Heute leben in Gotha noch ca. 44.000 Einwohner.
Ganz in der Nähe an der A 4 gelegen, zwischen den Ausfahrten Gotha und Neudietendorf, stehen auf drei Hügeln drei Burgen: die Burg Gleichen, die Mühlburg und die Wachsenburg. Bis vor kurzem konnte man sie sogar in der Nacht bewundern. Leider hat der neue Besitzer der Wachsenburg wohl die Leuchtmittel ausgebaut, so dass nachts nur noch von Zwei Gleichen gesprochen werden kann. Auch die regelmäßigen Öffnungszeiten der auf der Wachsenburg befindlichen Gaststätte sind seither gestrichen. Schade.
Die Burg Gleichen liegt in der Nähe von Wandersleben, deshalb wird sie auch Wanderslebener Gleiche genannt.
Die Mühlburg liegt oberhalb von Mühlberg und ist die älteste der drei Burgen.
Die Wachsenburg erhebt sich über dem Ort Holzhausen.
Ebenfalls an der A4 gelegen zwischen Eisenach und Herleshausen erhebt sich die Brandenburg über den Ort Lauchröden. Sie wurde wahrscheinlich zum Schutz der Handelswege gegen Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet. Gründer waren wahrscheinlich die Grafen von Wartberg.
In der Folgezeit wechselte sie oft die Besitzer und wurde schließlich, nachdem die Bewohner sie verlassen hatten, zur Gewinnung von Baumaterial mißbraucht. Somit war ihr Schicksal als Ruine besiegelt.
In der Zeit des Bestehens der DDR lag sie im 500-m-Grenzstreifen. Kaum jemand kannte die Burg. Erst seit 1989 kann sie wieder besucht werden, was von Jahr zu Jahr öfter genutzt wird.
In der ersten Zeit sah die Burg nicht sehr gut aus, wurde aber seither vom rührigen Brandenburgverein mit viel Aufwand und hohem persönlichen Einsat aller Mitglieder in einen sehr ansehentlichen Zustand versetzt.
Die mittlerweile alle zwei Jahre stattfindenden Brandenburgfeste sind aus privat organisierten kleinen Festen hervorgegangen, die als Dankeschön für die geleistete Arbeit an der Burg gefeiert wurden. Ein Besuch des immer in den Jahren mit geraden Endzahlen Ende Mai/Anfang Juni stattfindenden Festes lohnt sich auf jeden Fall.
Schloß und Park Altenstein liegen in unmittelbarer Nähe von Bad Liebenstein. Der ca. 160 ha große Park ist sehr schön angelegt und hat einiges zu bieten. Wenn man gut zu Fuß ist, kann man einige der Sehenswürdigkeiten, wie den Blumenkorbfelsen, das Chinesische Teehäuschen, die Teufelsbrücke, das Morgentor-Plateau, die Rotunde u.v.m., an einem Tag erwandern. Ein unbedingtes Muß ist die Altensteiner Höhle, die 1799 bei Bauarbeiten entdeckt wurde. Mtten durch den Park führt der Lutherweg. Hier soll Martin Luther lang gekommen sein, als er 1521, von Möhra kommend, wo er auf dem Weg von Worms nach Hause bei Verwandten rastete, in der Nähe von Steinbach gefangen gesetzt und auf die Wartburg gebracht wurde. Das Schloß Altenstein steht mitten im Park. 1733 wurde es angezündet und brannte aus. Es wurde wieder auf- und 1888 umgebaut. 1942 wurde das Schloß an das Land Thüringen verkauft. Von da an wurde als Erholungsheim für Wehrmachtsoffiziere genutzt. Nach dem Krieg war es ein Ferienheim und diente als Schulungsheim. Danach beherbergte das Schloß verschiedene Schulen, bis es 1982 erneut abbrannte. Seit 1995 wird kräftig an Schloß und Park gebastelt und soll bis 2015 fertig sein.
Eisenach ist eine kreisfreie Stadt am Südwestrand des Thüringer Waldes. Sie wird auch als die Wartburgstadt bezeichnet. Besiedelt wurde die Gegend wahrscheinlich schon vor 5000 Jahren, aber die erste urkundliche Erwähnung fand die Stadt erst in den 1180er Jahren in einer Urkunde Ludwigs III. Um 1500 wohnten etwa 4000 Leute in Eisenach, von denen 500 Geistliche gewesen sein sollen. Deshalb nannte es Luther ein „Pfaffennest und geistlichen Stapelort“. Mit Eisenach sind viele berühmte Namen verbunden. In der Hofkapelle wirkten als Musiker u.a. Johann Ambrosius Bach, Johann Christian Bach und als Komponisten u.a. Telemann und Pachelbel. Johann Sebastian Bach wurde 1685 in Eisenach geboren. Ebenfalls Kinder der Stadt waren Charlotte von Stein und Luise von Göchhausen. 1840 hatte Eisenach noch ca. 9300 Einwohner, entwickelte sich aber sehr schnell zu einer Industriestadt mit ca. 31000 Einwohnern im Jahre 1900. Wesentlich dazu beigetragen hat die im Jahre 1896 gegründete Automobilfabrik mit ca. 1000 Beschäftigten, die 1988 als VEB Automobilwerk Eisenach schon 8200 Beschäftigte hatte. Mittlerweile gibt es hier 4000 Betriebe auf 9 Gewerbegebiete verteilt. Mittlerweile hat Eisenach 43000 Einwohner und ist mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten und Kultureinrichtungen immer eine Reise wert.
Weithin sichtbar auf dem Wartberg bei Eisenach erhebt sich die Wartburg vor dem Hintergrund des Thüringer Waldes. Ludwig der Springer soll sie auf dem Berg gegründet haben, nachdem er ausgesprochen hatte: "Wart, Berg, du sollst mir eine Burg werden."
Dies soll im Jahr 1067 passiert sein. Legendär ist der Sängerkrieg, der hier 1206 unter der Schirmherrschaft von Herrmann I. stattgefunden haben soll. 1247 stirbt hier der letzte Landgraf Heinrich Raspe.
Auf der Wartburg weilten einige berühmte Menschen, z. B. Martin Luther als Junker Jörg 1521, Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe 1777.
Seit vielen Jahren wird auf dem UNESCO-Welterbe einen "Historischen Weihnachtsmarkt", den man unbedingt besuchen sollte. Auch eine Führung sollte man nicht versäumen. Vom Pulverturm aus hat man einen herrlichen Blick über das Thüringer Land.
Ein Abstecher von der Wartburg zum Burschenschaftsdenkmal sollte zu jedem Eisenachbesuch gehören. Es ist ein Mahnmal für die Einheitsbewegung der Burschenschaften im 19. Jahrhundert.
Wenn man schon mal in Eisenach ist und die Stadt und die Wartburg besichtigt hat, kann man auch gleich noch ein paar Wanderungen unternehmen. Zum Beispiel durch die Drachenschlucht zur Hohen Sonne am Rennsteig.
Die Wanderung beginnt ca. 1 km hinter dem Ortsausgangsschild von Eisenach in Richtung Wilhelmsthal an dder B 19. Hier gibt es einen kleinen Parkplatz. Man kann aber auch von der Wartburg direkt hierhin laufen. Hier führt unser Weg über die Sängerwiese. Wenn man dann den Einstieg gefunden hat, läuft man ca. 1 km durch die Felsenschlucht, die der Marienbach 10 m tief in das Gestein geschnitten hat. Der fließt unter einem Bohlenweg direkt unter unseren Füßen. An manchen stellen ist die Klamm nur knapp über einen halben Meter breit.
Wer gut zu Fuß ist, kann dann, wenn er sich am Imbiss auf der Hohen Sonne gestärkt hat, gleich noch die Landgrafenschlucht und die Elfengrotte erwandern.
Wer auf der A 4 zwischen Eisenach und Gotha fährt, kommt notgedrungen an den Hörselbergen vorbei. Über den Höhenzug von Großem Hörselberg über die Herrenberge zum Kleinem Hörselberg zieht sich ein Wanderweg, von dem sich herrliche Ausblicke in die nähere Umgegend bieten. Von hier kann man den Inselberg, die Wartburg, das Burschenschaftsdenkmal u.a. sehen. Durch das ganze Gebiet zieht sich ein umfangreiches Wanderwegenetz.
Im Muschelkalk der Hörselberge sind auch einige Grotten eingebettet. Die bekanntesten sind die Venusgrotte und die Tannhäusergrotte.
Auf dem Großen Hörselberg wurde 1887 eine Blockhütte für die Verpflegung der Besuchergruppen gebaut, die aber für den großen Andrang nicht ausreichte. Daraufhin wurde 1890 das massive Vereinshaus eingeweiht. Heute wird das Haus vom Gastwirt Michael Kohlstock bewirtschaftet. Geöffnet ist bis 18.00 Uhr, Ruhetag ist am Montag.
In Luisenthal wird das Wasser der Ohra gestaut, in der Ohratalsperre. Rund um die "Ohra", wie die Talsperrs im Volksmund genannt wird, gibt es einen sehr schönen Rundwanderweg. Er führt direkt am Ufer des gesamten Stausees entlang und ist ca. 13,5 km lang. Parken kann man unterhalb der Staumauer, in der Nähe des Kneippbeckens. Bis zur Staumauer sind es von dort noch ca. 1,5 km.
Der Rundweg ist auch sehr gut mit dem Fahrred zu bewältigen.
Der Stausee liegt landschaftlich sehr schön am Fuße des Thüringer Waldes. Von hier aus kann man sehr viele und schöne Wanderungen in den Thüringer Wald beginnen, z.B. nach Oberhof, zur Schmalwassertalsperre, nach Georgenthal...
Unsere Landeshauptstadt Erfurt hat sich in den letzten Jahren ganz schön herausgemacht. Gegründet wurde das Bistum Erfurt 742 von Bonifazius. Die Stadt war lange autonom, wurde aber 1664 von den Mainzern gewaltsam unterworfen. Von 1806 bis 1814 hatten die Franzosen ihre Hände auf Erfurt, das war während der Zeit, da Erfurt von 1802 bis 1945 preußische Provinz war.
Heute ist Erfurt wieder Universitätsstadt, war es aber schon von 1392 bis 1816. Der berühmteste Student war Martin Luther.
In Erfurt wird auch eine weihnachtliche Spezialität gefertigt,und das schon seit mindestens 1329, das Erfurter Schittchen. Der Ursprung ist den seltsamen guten Verbindungen mit den Dresdnern zu verdanken.
In Erfurt ist immer was los. Es gibt viele regelmäßig stattfindende Veranstaltungen. Eine davon öffnet zum 161. Mal am 23. November dieses Jahr die Tore: der Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz. Dann wäre da noch das Krämerbrückenfest mit integriertem New Orleans Music Festival, welches seit 1975 immer am 2. Juniwochenende gefeiert wird. Am 10. November wird das Martinsfest gefeiert. Musikalische Leckerbissen sind fast jede Woche zu bestaunen, ob in den Kirchen und Klöstern oder auch in der Messehalle oder der Thüringenhalle. Wie man sieht, ist Erfurt zu jeder Zeit eine Reise, auch eine längere, wert.