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SPRUCH DES JAHRES

Die Regierungen, welche die Freiheit der Rede unterdrücken, weil die Wahrheiten, die sie verbreitet, ihnen lästig sind, machen es wie die Kinder, welche die Augen zuschließen, um nicht gesehen zu werden.

Ludwig Börne

SPRUCH DER WOCHE

Die Leute streiten, weil sie nicht gelernt haben zu argumentieren.

Gilbert Keith Chesterton

LUSTIGES

Quelle: Aus dem umgestülpten Papierkorb der Weltpresse (1977)

Paris - Einen strengen Verweis bekam der Oberschüler René Artigan, der als Antwort auf das Aufsatzthema"Wie haben Sie Ihre Ferien verbrfacht?" nur zwei Worte geschrieben hatte: "Danke, ausgezeichnet."

Die Lehmänner
Die Lehmänner

Sagen aus der Gegend um Trusetal

Der belohnte Hauer

Vor vielen Jahren lebte in Trusen ein Häuer, dem zehn Kinder geboren worden waren. Er musste sich mit seiner großen Familie recht und schlecht durchs Leben quälen. Wohl war er fleißig, und auch seine Frau packte kräftig mit zu, aber die Not war groß und wollte kein Ende nehmen. Sie mochten sich mühen, so sehr sie konnten. Der Häuer arbeitete in einem Bergwerk, in dem man nach Silber grub. Von der Arbeit nach Hause zurückgekehrt, bearbeitete er noch den kleinen steinigen Acker oder suchte im Wald nach Holz. Erst spät in der Nacht sank er auf sein Lager zur Ruhe.

Einmal geschah es, daß der Häuer vor Ort auf einen Geist traf, der am Gestein lehnte und ihn immerzu anstarrte. Der Mann ängstigte sich und vermochte kaum noch die Hände zu rühren. Der Geist aber machte keine Anstalten, wieder zu verschwinden. Da dachte der Häuer: "Ich will so tun, als würde ich ihn nicht sehen. Spreche ich ihn an, dann nimmt er mir vielleicht das Leben, und was soll dann aus meiner Frau und den armen Kindern werden!"

Noch nie war dem Häuer ein Tag so lang geworden, denn der Geist blieb wie festgenagelt an derselben Stelle. Endlich konnte der Häuer ausfahren. Als er an die Fahrt kam, seufzte hinter ihm der Geist tief auf und verschwand. Da fiel dem Häuer ein Stein vom Herzen, und er eilte, so schnell ihn seine Füße trugen, nach Hause. Aber als er alles seiner Frau erzählte, bekam er statt des erwarteten Lobes heftigen Tadel zu hören. Sie rief: "Ach, hättest du nur ein wenig Mut gehabt und den Geist angesprochen! Sicher wäre er dann erlöst gewesen, und du hättest einen reichen Lohn bekommen. So aber ist uns die Not geblieben, und sie wird uns wohl auch immer bleiben, weil du nicht zufassen magst, wenn das Glück sich dir zeigt."

Der Häuer war sehr betroffen, aber er gab seiner Frau recht. Er schalt sich einen Toren, daß er sich von dem Geist so ins Bockshorn hatte jagen lassen. Obwohl er sich nun in den nächsten Tagen sehr aufmerksam in der Grube umsah, erblickte er den Geist nie wieder. Bald dachte er nicht mehr an die Erscheinung, sondern mühte sich weiter, mit seiner Hände Arbeit die Familie zu ernähren.

Nach Jahr und Tag ging er wieder einmal durch den Wald, um Holz für den Winter zu holen. Er hatte sich bei der Arbeit verspätet, und als er sich auf den Heimweg begab, dunkelte es bereits. Da kam er an einen Kreuzweg, den er noch nie betreten hatte. Plötzlich blieb er erschrocken stehen, denn vor ihm züngelte ein Feuer aus der Erde. Dabei war kein Mensch zu sehen. Dem Häuer schlug das Herz schneller. Schon wollte er ausreißen, da fiel ihm der Geist ein, den er in der Grube nicht angesprochen hatte. So verhielt er den Schritt. Vielleicht, meinte er, könnte es heute sein Glück sein, wenn er den rechten Mut behielte. Schließlich ging er auf das Feuer zu, ergriff einen Ast und zerwühlte mit diesem die Glut. In demselben Augenblick züngelte eine Schlange empor, die ihm ans Leben wollte. Aber der Häuer schlug ihr mit dem Ast den Kopf ab. Ihm schien, als hörte er danach einen erlösenden Seufzer. Das Feuer verlosch, und vor dem Häuer stand eine kleine Truhe, angefüllt mit einem kostbaren Schatz aus Gold und Edelsteinen. Da lachte der Häuer, nahm die Truhe auf den Rücken und trug sie eilends nach Hause. Dort rief er Frau und Kinder, um ihnen den Schatz zu zeigen. Ihre Not hatte nun für alle Zeit ein Ende.

(aus: Der pfiffige Bauer

und andere Volkssagen um Stände und Berufe aus dem Thüringischen

Verlag die Wirtschaft Berlin 1988 2.  Auflage)

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© Thomas Lehmann

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